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Urlaub in Tibet Gesundheit / Höhenkrankheit

erlebe-tibet hat sich bemüht, die Korrektheit der folgenden Informationen zu garantieren. Dieser Text wurde u.a. von einer sachverständigen Instanz geprüft und korrigiert. Wir raten Ihnen, immer auch selbst Kontakt mit einer medizinischen Stelle aufzunehmen, die mit der Sachlage vertraut ist, um den aktuellen Stand der Dinge zu erfahren.

 

Vor der Reise werden Sie bereits einige Vorsorgemaßnahmen treffen. Dann erläutern wir, was Sie vor Ort machen, um gesund zu bleiben und schließlich erklären wir, worauf Sie achten sollten, wenn Sie wieder zu Hause sind.

 

Urlaub in Tibet Gesundheit - Maßnahmen vor der Reise

Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen, nehmen Sie den Beipackzettel mit, so dass kein Zweifel aufkommt, dass Sie ein Drogenkonsument sein könnten. Sorgen Sie auch dafür, einen extra Vorrat mitzunehmen, sodass Sie nicht verzweifelt in den Apotheken vor Ort nach einem passenden Mittel suchen müssen, wenn Sie etwas verlieren. Nehmen Sie auch eine englische Bescheinigung Ihres Arztes mit, in dem die Medikamentverordnung bestätigt wird. Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, sollten Sie die Spezifizierung Ihres Optikers mitnehmen, oder eine extra Brille bzw. ein Paar Kontaktlinsen. Sorgen Sie dafür, dass Sie vor Ihrer Reise Kontakt mit einer kompetenten medizinischen Stelle aufnehmen, wie einem Krankenhaus oder in größeren Städten das Gesundheitsamt. Eine Last-Minute-Reise nach Tibet ist für einen gesunden Menschen kein Problem; zur Not haben Sie die Möglichkeit auf dem Flughafen noch zu einer Travel Clinic oder dem medizinischen Dienst zu gehen. Nehmen Sie auf jeden Fall immer Ihr Impfbuch mit, wenn Sie eins haben. Natürlich ist es besser, die Impfungen schon lange im Voraus zu regeln. Bitte wenden Sie sich dafür an das Tropeninstitut oder an Ihren Hausarzt oder Krankenhaus.

Institut für Tropenmedizin Berlin, www.charite.de/tropenmedizin
Abt. Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, www.tropinst.med.uni-muenchen.de
Den reisemedizinischen Infoservice mit viele Ratschlägen und Tipps finden Sie unter fit-for-travel.de.

 

Nachstehend geben wir Ihnen bündige Informationen über oft vorkommende Krankheiten, die sich auf den gesunden, nicht-schwangeren Reisenden, der nicht länger als 1 Monat in Tibet bleibt, richten. Stellen Sie selber sicher, dass Sie aktuelle Informationen für Ihre eigene Situation erhalten.

 

Malaria

Malaria kommt in Tibet nicht vor. In China schon, berücksichtigen Sie das, wenn Sie die zwei Reiseziele miteinander kombinieren. Viele sachverständige Instanzen weisen darauf hin, dass Malaria in der Provinz Yunnan und auf der Insel Hainan das ganze Jahr über ein Risiko bildet. Im Internet empfiehlt das amerikanische Center for Disease Control (CDC) in Gebieten unter 1500 Meter Höhe Malariapillen einzunehmen. Yunnan und Hainan gehören zu diesem Gebiet. Hier werden jährlich etwa 35000 Fälle von Malaria konstatiert, in 46 Fällen mit tödlichem Ausgang. Substantielle Risiken gibt es den sachverständigen Instanzen zufolge eigentlich nur bei einem Aufenthalt von mindestens 2 Nächten bis zu höchstens 1 Woche in Yunnan und auf Hainan. Für einen Aufenthalt von höchstens einer Woche ist das Anti-Malariamittel Malarone die beste Wahl. Bei einem längeren Aufenthalt wird Lariam empfohlen. Der Vorteil des Mittels Malarone ist, dass es nicht so lange wie Lariam geschluckt werden muss und dass es weniger Nebenwirkungen hat. Es ist allerdings viel teurer.
Die weiteren Maßnahmen sind: Abends Arme, Beine und Füße bedecken, ein Mückenmittel mit DEET und ein Mückennetz benutzen, das Sie eventuell mit einem mückentötenden Mittel imprägnieren könnten. Sorgen Sie auch dafür, dass Sie etwas dabei haben um das Mückennetz aufzuhängen, zum Beispiel ein Tau und einen Haken oder Korkenzieher (Schweizer Taschenmesser). Wenn Sie trotz der nötigen Vorsorgemaßnahmen dennoch auf einmal Fieber bekommen, das länger als zwei Tage anhält, sollten Sie zu einem Arzt gehen, um Malaria auszuschließen. Das gilt bis zu zwei Monaten nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland.

Impfungen (wenn Sie auch China besuchen)

Impfungen gegen DTP (Diphtherie, Tetanus und Polio, ca. 10 Jahre gültig) und Hepatitis A werden empfohlen. DTP haben die meisten Menschen bereits in ihrer Jugend erhalten. Nach einer Wiederholungsspritze brauchen Sie sich darum erst mal nicht mehr zu kümmern. Die reguläre Hepatitis A Impfung hat eine begrenzte Wirkungsdauer, darum muss sie kurz vor die Reise gegeben werden. Wenn Sie häufiger oder für längere Zeit in Länder reisen, in denen Hepatitis A vorkommt, können Sie erwägen, eine Langzeit-Impfung zu nehmen, wie zum Beispiel Havrix. Denken Sie allerdings daran, dass diese Impfstoffe teuer sind und nach 6 Monaten eine Wiederholungsimpfung durchgeführt werden muss. Eine Impfung gegen Bauchtyphus wird empfohlen, wenn Sie länger als 3 Monaten nach China reisen.

Dengue-Fieber und Japanische B-Encephalitis

Beides sind Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden. Hier könnten Sie also dieselben Vorsorgemaßnahmen treffen wie bei Malaria. Für weitere Informationen über diese Krankheit und die aktuelle Information bezüglich eventueller Epidemien ist es am besten auf den oben erwähnten Websites nachsehen oder Kontakt mit einem medizinischen Institut aufnehmen. Gegen Dengue gibt es keinen Impfstoff, wohl aber gegen die Japanische B-Encephalitis, diese Impfung wird empfohlen, wenn Sie länger als 6 Monate nach Asien reisen wollen.

Weitere Vorbereitungen

Stellen Sie sich selber ein Erste-Hilfe-Set für die Tropen zusammen und schaffen Sie sich eventuell ein Buch über Gesundheit in den Tropen anschaffen. Hierin wird auch beschrieben, wie Sie ein Erste-Hilfe-Set zusammenstellen. Bei Tropeninstituten werden oft solche Bücher verkauft, ebenso wie Erste-Hilfe-Sets. Hypochonder werden diese Art Bücher lieben und schon bei den ersten Kopfschmerzen denken, dass sie ernsthaft erkrankt sind (eigene Erfahrung). Lesen Sie es also mit etwas Abstand.


Urlaub in Tibet - Gesundheit vor Ort

Neben der Beachtung der für Ihre Situation passenden Impfungen und der Fürsorge, dass Sie vor Ihrer Reise so gesund wie möglich sind, ist es natürlich wichtig zu verhindern, dass Sie vor Ort krank werden. Seien Sie vor Ort sehr aufmerksam: Wenn Sie nicht sicher sind, was Sie haben, suchen Sie vor Ort den Rat eines Arztes.

Höhenkrankheit


Sie werden schnell merken, dass Sie sich in dem höchst gelegenen Land der Welt befinden und Höhenkrankheit ist eine der Sachen, mit der Sie konfrontiert werden könnten. Die Beschwerden könnten bei einem schnellen Aufstieg auf Höhen von über 2000 bis 2500 Metern entstehen. Höhenkrankheit tritt im Allgemeinen erst über 2500 Metern Höhe auf. Die Anfälligkeit für Höhenkrankheit ist von Person zu Person unterschiedlich, und Beschwerden könnten auch bei geringeren Höhen auftreten. Es lässt sich meistens nicht vorhersagen, wer von der Höhenkrankheit befallen wird. Allerdings ist es so, dass Menschen, die schon einmal Höhenkrankheit hatten, eine größere Chance haben, beim nächsten Mal auch Beschwerden zu bekommen. Um Höhenkrankheit zu vermeiden, sollte man dem Körper Zeit geben, sich zu akklimatisieren. Es gibt verschiedene Formen von Höhenkrankheit, die alle durch Sauerstoffmangel verursacht werden. 

Leichte Höhenkrankheit

: Diese tritt einige Stunden bis zu einem Tag nach der Ankunft auf großer Höhe auf. Beschwerden sind Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein, wie wenn man einen Kater hat. Die Behandlung der leichten Höhenkrankheit besteht darin, weiteren Aufstieg zu meiden und eventuell auf geringere Höhen herunterzusteigen, wenn die Beschwerden sich nicht innerhalb von einigen Tagen bessern. Bei Kopfschmerzen kann man Paracetamol einnehmen. Zusätzlich können Medikamente und Sauerstoff verabreicht werden.

Schwere Höhenkrankheit:

Hierbei verschlimmern sich die Kopfschmerzen, die Kurzatmigkeit wird schwerer und tritt auch im Ruhezustand auf, besonders nachts. Man kann so schlapp werden, dass man beim Essen und Ankleiden Hilfe braucht. Man geht wie ein Betrunkener. Dies ist eine ernsthafte Erkrankung und kann ohne Behandlung zu Flüssigkeit in den Lungen und im Gehirn (Lungen- und Gehirnödem), Koma und Tod führen. Die Behandlung der schweren Höhenkrankheit besteht aus dem sofortigen Abstieg! Zusätzlich werden Medikamente und Sauerstoff verabreicht. Wenn Sie nach Tibet fliegen, landen Sie bereits auf großer Höhe. Wenn Sie dort Beschwerden haben, ist der Abstieg nicht möglich, da Sie sich auf einer Hochebene befinden. Daher ist es unentbehrlich, sich vor einer Tibetreise langsam zu akklimatisieren.

Die Vorbeugung von Höhenkrankheit: 


* Langsam auf Höhen von über 2500 Meter steigen
* Beim Aufstieg auf über 2500 Meter langsam akklimatisieren
* Auf Alkohol oder Schlafmittel verzichten
* Reichlich Wasser oder Kräutertee trinken (keinen Alkohol oder Kaffee)
* Schlafstellen sollten nicht mehr als 300 Meter höher als der Schlafplatz der vorigen Nacht liegen
* Gebrauchen Sie das Mittel Diamox sehr zurückhaltend
* Bei schwerer Höhenkrankheit kann eventuell ein Hubschrauber eingesetzt werden, das ist allerdings sehr teuer (ca. 1500,- Euro pro Stunde) und kann nur von der Trekkingagentur oder der Botschaft bestellt werden. Er fliegt nur, wenn vorher eine Kaution von 500 USD bezahlt wird
- Nach Rücksprache mit einem Arzt kann ein Medikament (Acetazolamide) verabreicht werden, um die Akklimatisierung zu fördern, bei: 
Menschen, die schon einmal von der Höhenkrankheit befallen wurden;
Einem plötzlichen Aufstieg auf Höhen über 3500 Meter, wenn Akklimatisierung nicht möglich ist.

Jet lag

Jetlag ist das Durcheinanderbringen Ihrer „biologischen Uhr“, u.a. des Schlaf-Wach-Rythmus, das durch den Flug über mehrere Zeitzonen entsteht. Die ersten Tage nach dem Flug muss sich der Körper an den neuen Biorhythmus gewöhnen, dadurch fühlen Sie sich vielelicht müde oder benommen.
Tipps zur Überwindung des Jetlags: Es ist ratsam, im Flugzeug wenig Kaffee oder Alkohol zu trinken und nach Ankunft die ersten zwei, drei Tage nicht zuviel von sich zu verlangen. Weiterhin ist es empfehlenswert, sich so schnell wie möglich an den neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen, meistens schlafen wir nach der Ankunft ein paar Stunden und bleiben dann bis zur (Kinder)-Schlafenszeit wach. 

Diarrhö

Veränderung des Rhythmus, Klima und Nahrung (besonders scharfes Essen) könnten Ihre Därme durcheinander bringen. Solange dies nur gepaart ist mit „dünner Entlastung“ ohne Nebenerscheinungen, gönnen Sie sich am besten ein wenig Ruhe und sorgen dafür, dass Sie genug trinken. Nehmen Sie eventuell eine in Wasser aufgelöste ORS-Lösung (Orales Rehydrations-Salz) auf, sodass Sie nicht austrocknen. Dies ist besonders für Kinder und ältere Urlauber wichtig. Wenn Sie reisen müssen, könnten Sie auch Loperamide einnehmen (nicht geeignet für Kinder unter 2 Jahre). Dieses Mittel legt die Peristaltik (natürliche Bewegung der Därme) lahm, sodass es sich so anfühlt, als wenn die Diarrhö vorbei wäre. Gebrauchen Sie es aber nur, wenn Sie nicht häufig zur Toilette gehen können, also z.B. wenn Sie reisen müssen. Sollte die Diarrhö länger als zwei Tage anhalten, oder Nebenerscheinungen wie Fieber, Blut im Stuhlgang oder andere Dinge auftreten, nehmen Sie Kontakt auf mit einem Arzt, dann kann mit Hilfe von Labortests untersucht werden, ob es Grund zur Sorge gibt.

Diarrhö vermeiden 

Trinken Sie nur Wasser aus abgeschlossenen/versiegelten Flaschen oder Dosen, oder Getränke, die aus gekochtem Wasser zubereitet wurden, wie Tee oder Kaffe. Eiswürfel sind am ehesten vertrauenswürdig, wenn es runde Kugeln mit Löchern in der Mitte sind. Fruchtsaft ist nur sicher, wenn kein Wasser zugesetzt wurde.
Nahrung, vor allem Fleisch und Fisch, muss gründlich gekocht oder gebacken sein. Von westlichen Salaten, die in Salad-Bars oder teuren Hotels gebräuchlich sind, ist im Allgemeinen abzuraten. Hamburger sind (eigene Erfahrung) im Allgemeinen eher risikoreich als das Fleisch, das die lokale Bevölkerung isst. Gegen alle Erwartung ist es im Allgemeinen sicher, bei Straßenständen zu essen. Essen Sie hauptsächlich dort, wo viel Betrieb ist: Die Umlaufgeschwindigkeit, mit der das Essen zubereitet und gegessen wird, ist dann hoch, was der Hygiene zu Gute kommt. Achten Sie allerdings darauf, wie die Teller, Gläser und das Besteck abgewaschen werden. Oft gibt es kein fließendes Wasser und wird in einem Eimer gewaschen, der in der Sonne steht. In diesem Fall ist es schlauer, sich nach einer anderen Gaststätte umzuschauen. Auch Restaurants, bei denen Sie gut sehen, dass es sauber ist, sind anzuraten. Was die Straßenstände betrifft, ist es klug, später am Tag kein Fleisch mehr zu essen, denn es hat dann manchmal den ganzen Tag ungekühlt gelegen. Ein bewährtes Hausmittel gegen Diarrhö ist das Trinken von Cola und Brühe (nicht unbedingt gleichzeitig). Cola kann man beinahe überall kaufen, und Brühe und einen kleinen Spiralwasserkocher können Sie aus Deutschland mitnehmen.

Noch ein paar (semi-)medizinische Tipps

Hautpflege

Nehmen Sie kleine Wunden in den Tropen ernst: Beobachten und desinfizieren Sie sie und kleben Sie tagsüber eventuell ein Pflaster drauf. Kratzen Sie Mückenstiche nicht auf. Schützen Sie Ihre unbedeckte Haut immer mit einer Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor, auch in der Regenzeit. Tragen Sie keine grell gefärbte oder schwarze Kleidung und benutzen Sie kein starkes Parfüm, Deo oder Aftershave, um stechende Mücken auf Distanz zu halten. (Sorgen Sie also dafür, dass Sie nicht zu sehr einer Blume ähneln). Wenn Sie schnell Hautirritationen bekommen, ist es am Besten, Kleidung aus Baumwolle oder Leinen zu tragen, darin schwitzen Sie nicht so schnell. Pudern Sie sich nach der morgendlichen Reinigung ein, um Ausschlag zu vermeiden (prickly heat). Waschen oder desinfizieren Sie ihre Hände nach jedem Toilettenbesuch und kauen Sie lieber nicht an den Nägeln. 

Sonnenstich

Vermeiden Sie einen Sonnenstich, indem Sie einen Hut o.ä. und eventuell eine Sonnenbrille tragen. Sorgen Sie dafür, dass Sie immer eine Flasche Wasser mithaben, vor allem, wenn Sie in die Natur gehen, und nicht schnell Trinkwasser zur Hand haben. Wenn Sie einen Sonnenstich vermuten (bei Schwindelgefühlen oder Kopfschmerzen): Trinken Sie etwas, setzen Sie sich in den Schatten und bleiben Sie wenn möglich dort.

Tibet Gesundheit nach der Rückkehr

WICHTIG!
 
Wenn Sie nach Ihrer Rückkehr (und das kann u. U. Monate später sein) Fieber, Darmkoliken oder andere Beschwerden haben, die Sie nicht mit einer bestimmten Ursache in Verbindung bringen können: Nehmen Sie mit Ihrem Hausarzt Kontakt auf und melden Sie wie lange und wo Sie in Nepal waren und was Sie dort getan haben. Wenn Sie viel Kontakt mit den Einheimischen hatten ist es vernünftig einen Mantoux-Test machen zu lassen (TBC).